Mittwoch, 16. November 2016

Niagarakragenkleid (12 letters of handmade fashion)

Habt ihr auch so gern Sex and the City geschaut wie ich? Ich liebe ja immer noch die einzelnen Charaktere und hab vor allem immer ganz genau bei Carries ausgefallener Mischung aus Designerfummel und Second-Hand-Klamotten hingeschaut. In irgendeiner Folge trägt sie zu einer Lesung ein grünes Kleid von Alexander McQueen mit einem riiiiiiesigen Wasserfall-/ Rollkragen. Das fand ich großartig. Letztens stieß ich beim Stöbern im Netz wieder über ein Bild dieses Kleids und dachte: "Hm, hm, hm, den geilen grünen Stoff hab ich zwar gerade nicht, aber so einen Kragen kann man doch bestimmt ganz einfach selber machen." 
Ich schnappte mir den Stoff, der ganz oben auf meinem Stapel war (und eigentlich schon eine ganz andere Bestimmung hatte) und drapierte/ experimentierte ein bisschen vorm Spiegel rum und hatte nach wenigen Minuten das absolute "YES!!!"-Gefühl. Ganz schnell hatte ich mir in meinem Kopf noch die anderen Details zurechtgelegt, jetzt brauchte ich bloß noch den passenden Ausgangsschnitt.
Schnell fiel mir ein, dass ich mal eine Bluse genäht hatte, die  eigentlich alle Anforderungen erfüllte. Ich kramte den Schnit wieder raus, machte ihn diesmal aber eine Nummer größer (huch... ja, das war auf einmal nötig.) und los ging es. Ärmel und Kragen waren diesmal natürlich anders und dieses Mal gab es auch einen Rockteil mit Taschen. Das ist das Tolle am Nähen: Mit einem Schnitt und ein bisschen Fantasie kann man unendlich viele verschiedene Sachen machen.

Ich bin unendlich glücklich mit dem Ergebnis. Das Kleid ist so bequem. Es hat nicht mal einen Verschluss - einfach über den Kopf ziehen, Band drum binden und los. Den Kragen könnte ich rein theoretisch auch als Kapuze benutzen, aber mal ganz ehrlich: Warum sollte ich das tun? Den schönen Hemdenstoff hab ich wieder aus dem Kumasch.
Und so spaziere ich hinfort...

Sandra von Rehgeschwister moderiert die Novemberausgabe von "12 letters of handmade fashion" und ich finde das Wort "Niagarakragen" absolut legitim. Ich hätte mich natürlich auch schlichtweg mit "Novemberkleid ins Rennen schicken können, aber das war mir dann doch zu billig. 

Beim MeMadeMittwoch verlinke ich mich auch noch. Und jetzt geh ich gucken, was die anderen Damen gezaubert haben. Ciao, ciao!



Dienstag, 8. November 2016

Off the map. Altes Betonwerk.

Ich liebe es, an verlassenen Orten herumzustreunen und mich an den Strukturen von verfallenen Gebäuden, verrostetem Metall und von der Natur zurückerobertem Terrain zu erfreuen. Als wir letztens Outfitfotos für den Raglono gemacht hatten, stand ich vor der Seitentür des alten Betonwerks. Die Tür ist von der Straße aus zugänglich. Der Rest ist abgesperrt. Sehnsüchtig starrte ich durch das Gitter auf den verfallenen Hof, gab mich aber mit der Tür zufrieden. Nachdem die Fotos im Kasten waren und wir uns schon auf den Heimweg machten, enteckte Björn aber doch noch einen kleinen Schleichweg auf das Gelände drauf.
Et voila!
Das verrückteste war für mich eigentlich die gesprengte Esse, die man einfach so hat liegen lassen. Ja, klar, warum eigentlich nicht? Vielleicht kommt ja irgendwann mal ein verrückter Blogger vorbei und entscheidet, sein nächstes Nähprojekt darauf zu fotografieren. 









Dienstag, 1. November 2016

Weihnachtsnähkurs im Zick-Zack

Was selbstgenähtes für die Liebsten soll´s sein, aber ihr wisst nicht so recht, wie ihr es anstellen sollt? Kein Problem. Im Weihnachtsgeschenke-Crash-Kurs könnt ihr euch aus vier verschiedenen Projekten eins aussuchen und nehmt nach zwei mal zwei Stunden ein wunderschönes selbstgenähtes Geschenk mit nach Hause.


Ihr könnt wählen zwischen: Hipster-Rucksack, Kosmetiktäschchen, Stoffkörbchen oder Weihnachtstapir. Ich leite euch an zwei gemütlichen Abenden durch euer Vorhaben und außerdem bekommt ihr noch ein Handout mit den Anleitungen für alle Projekte mit nach Hause.

Wann? 12. und 19. Dezember jeweils 19-21Uhr
Wo? Zick-Zack Stoffgeschäft auf der Albrechtstraße 12, Berlin Steglitz
Kosten? 52€ zzgl. Materialkosten

Zum Zeitpunkt des Tippens sind übrigens nur noch zwei Plätze frei...
Anmelden könnt ihr euch im Laden, oder ihr schreibt mir eine E-Mail an anne.pieser@gmail.com.


Mittwoch, 26. Oktober 2016

Kimono mit Raglanärmeln (12 letters of handmade fashion)

Um allen eingefleischten Japanfans und Klugscheißern (*räusper*  ja, genau diese Kombi ist mir schon mehrfach begegnet...) zuvor zu kommen: Jaha, ich weiß, dass das kein echter Kimono ist. Aber irgendwie muss ich dieses Kleidungsstück ja bezeichnen. Ein kimonoähnliches Gebilde mit Raglanärmeln könnte ich vielleicht Raglono nennen, aber das wäre den SEO nicht zuträglich.
Allerdings macht das ein ein prima "R"-Kleidunngsstück und ich kann gleich zwei mal im Oktober bei "12 letters of handmade fashion" mitmachen.
Ich trage schon mehrere Jahre lang tagein, tagaus dieses kleine Jäckchen sobald nicht mehr ganz T-Shirttemperaturen sind, es für Pullis aber noch zu warm ist. Langsam habe ich aber angefangen mich zu genieren, da ich quasi keine Alternative hatte. Ihr wisst schon: ICH HAB NIX ZUM ANZIEHEN!!! Etwas neues, dünnes zum Drüberwerfen musste her. Ich bin jetzt nicht so der Cardigantyp, daher hab ich mir diesen Raglonoschnitt mit extrem tiefen Taschen ausgedacht. 
Die schönen Hemdenstoffe, die ich für dieses Projekt verwendet habe, bekam ich im Kumasch. Das ist  übrigens mein absoluter Geheimtipp, falls ihr in Berlin Hemden-, Blusen oder Seidenstoffe kaufen möchtet. Die Auswahl ist  riesig, das Expertenwissen des Personals unschlagbar und die Preise echt nicht übertrieben. Außerdem bekommt man bei jedem Ladenbesuch auch  einen Tee und einen Keks dazu. Überzeugt! 
Was man nicht so gut auf den Fotos sieht, ist, dass es an den Blenden bicolore Paspeln gibt. Ein weißer Paspelstreifen liegt hier über einem schwarzen. Da die Blenden halt auch schwarz sind, kommt nur das Weiß zur Geltung. Wenn man aber im Real Life einen Blick für's Detail hat, sieht man es.
Kombiniert hab ich das Outfit mit meinen upgecycleten Latzhosen und einem schlichten, weißen T-Shirt, welches ich mir  vor fünf Jahren in Melbourne genäht hatte. Wow. So lange gibt es diesen Blog schon. Strumpfhosen haben mir meine Eltern mal geschenkt (Danke, Mutti und Vati!!!) und Schuhe sind zwar von Clarks aber aus dem Schlussverkauf. Ohrringe (&other stories) und Kette (Polli) hab ich von lieben Familienmitgliedern dieses Jahr zum Geburtstag geschenkt bekommen. Ein Trullalla auf die Familie, das Selbermachen und den Schlussverkauf also für dieses sweete Outfit, das mich nahezu nix gekostet hat.
Und jetzt klickt euch noch rüber zum Memademittwoch um alle anderen Kreationen und die generelle mittwöchliche Massenkreativität zu feiern. Ciao, ciao!



Mittwoch, 12. Oktober 2016

Rosie Martin inspirierter Pulli (12 letters of handmade fashion)

Ich hab einen neuen Pulli und er macht mich sehr glücklich? Was, Kleidung kann nicht glücklich machen?! Doch. Hier ist der Beweis!
Yay! Den Schnitt hab ich bei der Ankündigung für Rosie Martins neues Buch "No patterns needed" gesehen. Und obwohl ich das Buch zwar noch gar nicht habe (ich werde es mir aber definitiv besorgen!!!) hat mir das Bild gereicht, um mir den Schnitt selber zusammenzuwursteln. 
Die verschiedenen Sweatshirtstoffe habe ich alle aus dem Zick-Zack. Der bordeauxfarbene Glitzerstoff (welcher drin übrigens ganz kuschelig weich ist) hatte es mir sofort angetan, aber ich wusste zunächst nix so richtig damit anzufangen. Ein Pulli komplett aus dem Material wäre mir zu tacky gewesen. Aber als ich dann den Four Slice Sweater bei Rosie sah, fügten sich die Puzzleteile langsam zusammen und der Stoff landete dann also doch noch unter meiner Maschine. Welch Glück!
Sini mochte den Glitzerstoff übrigens genau so gern wie ich und so nähte ich ihr noch eine eigene Variante. Schnitt und Farbverteilung hab ich bei ihr aber anders gehalten. Ich mag es zwar, dass wir ähnliche Pullis haben, wollte aber keine Mini-Me-Version.
Wir alle beiden sind aber wirklich verrückt nach unseren neuen Pullis und kaum sind sie aus der Waschmaschine und e-e-endlich getrocknet - schwupps - haben wir sie beide schon wieder an. 
Das obige Bild erhält von mir den Titel "Nach dem Festival liegen geblieben" und ich füge es dem Post eigentlich nur des Humorgehalts wegen bei. Ich finde, ich seh darauf aus, wie a) ein Partyopfer oder b) jemand von den X-Men, der gerade aber leider den Kampf verloren hat.

Mit diesem Post misch ich wieder bei "12 letters of handmade fashion" mit -  diesen Monat gehosted von Lisa von Stoffreise. Mein "R" steht diesen Monat für Rosie Martin. Die Aktion mach mir riesigen Spaß und ich bin tatsächlich etwas wehmütig, weil das "12 letters of handmade fashion"-Jahr bald vorbei ist und hoffe, 2017 gibt es eine ähnlich tolle Jahresaktion. 

Es ist außerdem Mittwoch und ich habe etwas selbstgenähtes an. Absolut beste Vorraussetzungen also um auch am MeMadeMittwoch teilzunehmen. 




Sonntag, 2. Oktober 2016

Urlaubsfotos

Da hab ich gefühlte Ewigkeiten unserem Urlaub entgegengefiebert und jetzt liegt er schon wieder einen Monat hinter uns. Huch... Ich hab euch und mir aber ein paar meiner Lieblingsbilder aus unserem Englandurlaub rausgesucht und so können wir uns alle ein bisschen Nord-Devon in unser Wohnzimmer (oder wo immer ihr auch gerade diesen Post lest...) holen.

Vorweg: Bilder wie die obigen, also welche mit blauem Himmel, sind rar aus dem Urlaub. Den Großteil hat es eigentlich geregnet oder es war total verhangen. War für uns aber irgendwie auch nicht schlimm. Die Gegend war so abwechlunsreich und wunderschön, dass wir das Wetter darüber tatsächlich ganz vergessen haben.
Sina und ich haben am Strand zum Beispiel Steintürmchen gebaut. Das war total meditativ bis zu dem Zeitpunkt, als mir einer der Türme auf meine Füße gekippt ist. Und da hatte ich nicht wie auf dem Bild Docs an, sonder war barfuß. Eventuell ist diese Tätigkeit also nicht wirklich Kleinkind geeignet... Ähem. Sinis Füße sind zum Glück verschönt geblieben.
Zu manchen Stränden kam man nur durch ein ganzes Stück Fußmarsch. Der führte dann aber durch solch einen schönen Wald, unterwegs konnte man Brombeeren naschen und am Strand gab es dann obendrein noch einen kleinen Wasserfall der malerisch ins Meer plätscherte.

Eine kleine Wanderung haben wir eigentlich jeden Tag gemacht und da es ja ausreichend Niederschlag gibt, war alles unglaublich grün und kleine Bächlein gab es auch zur Genüge.
Wer gedacht hat, die Strände sind alle steinig, darf sich übrigens eines Besseren belehren lassen. Nix da, es gibt auch meilenweite und breite Sandstrände. Woolacombe hatten wir nahezu für uns. Die Hügel im Hintergrund wurden total vom Nebel verschluckt.
An einem Tag sind wir ein Stückchen gefahren, weil wir eigentlich eine Küstenwanderung machen wollten und als wir auf dem Parkplatz ankamen, war da alles voll mit diesen Bergziegen. Und ich liebe Ziegen! Sie sind so variabel in ihrem äußeren Erscheinungsbild, dass ja sie quasi schon fast wieder Menschen sind.
Obwohl der Englandaufenthalt eigentlich von uns als Sommerurlaub deklariert wurde, hat er mich eher auf den Herbst eingestimmt. Aber das auf eine sehr charmante Weise. Und ab letztem Wochenende ist nun auch tatsächlich die Pulli-Saison ausgebrochen. Hab meinen ersten schon fertig. Aber davon berichte ich euch ein anderes Mal.


Mittwoch, 21. September 2016

Kurze Hosen im Kingdom (12 letters of handmade fashion)

Uuuuuuh, wir waren im Urlaub - unserem erstem Auslandsurlaub, seit Sini auf der Welt ist. Devon (England) hieß der Landstrich, wo es uns hin verschlagen hatte. SO schöne und abwechslungsreiche Natur... Aber darum soll es ja heute eigentlich gar nicht gehen. Selbstgemachte Kleidung zum Buchstaben "K" steht auf dem Programm. Katha ist die charmante Gastgeberin diesen Monat.
Et voila, eine kurze Hose. Super "K"-Kleidungsstück, oder? Aus moosgrünem Samt, mit Bundfalten und goldenem Knopf. Neues Lieblingsteil!
Den Schnitt hatte ich schon mal bei dieser Hose als lange Variante verwendet. Ich spreche diesem Schnitt nun ganz offiziell meine allerhöchste Empfehlung aus. Ihr wollt euch eine schicke, bequeme Hose nähen? Dann ist das der Schnitt eurer Wahl! 
Das Oberteil kennt ihr bereits aus diesem Post, aber in dieser Kombi kann ich es euch noch mal ohne Latzhose davor zeigen.
Ein Urlaub ist für mich perfekt, wenn es überraschendes Wild Life gibt. Wie hier diese Herde Bergziegen. Ich finde ja sowieso, dass England ein absolut unterschätztes Reiseland ist. Aber ich schweife schon wieder ab.
Bevor die Frage aufkommt: Ja, ich war in diesem Outfit wandern. Eigentlich war zunächst nur ein ganz kurzer Shoot in der Nähe des Parkplatzes geplant und dann wollte ich meine Wandersachen anziehen. Dann hat es sich aber auf einmal zugezogen und ich bin eben so losgewandert, weil ich die ganze Zeit, auf ein bisschen Sonne für die Fotos gewartet hatte. Auf dem obigen Bild haben wir es dann tatsächlich geschafft innerhalb der zehn Sekunden Sonnenschein ein halbwegs zeigbares Foto zu schießen. Man bemerke den echt krassen Farbunterschied. Das Grün ist auf einmal tatsächlich viel grüner.
Und meine Schuhe. Voll schön, oder!? Ich kann mein Glück immer noch nicht fassen, dass ich die echt in meiner kleinen Kinderschuhgröße second hand gefunden habe. Das sind Melvin & Hamiltons! Deren Preis würde sonst eigentlich mein Budget absolut sprengen und ich Glückspilz hab die ganz zufällig zu einem Bruchteil des Originalpreises bekommen!!!
Sini hatte auch richtig viel Spaß. Sie ist tatsächlich den ganzen Berg alleine hoch und runter gewandert und geklettert. Ich bastel euch bestimmt noch einen kleinen Urlaubspost zusammen, um meine Lieblingsfotos zu teilen. Macht euch also auf ein bisschen off topic demnächst gefasst.








P.S.: Es ist Mittwoch - MeMadeMittwoch. Auch hier mische ich heute mal wieder mit.