Mittwoch, 24. August 2016

Streifenmini und sichtbarer Reißverschluss (12 letters of handmade fashion)

Vorweg: Meine Kamera ist kaputt und die Bilder mussten wir mit dem Handy machen. Daher ist die Bildqualität etwas mau. Ich versuch es aber mit einem bunten Outfit wieder wettzumachen.

Alles klar, es ist August und Fee von FAIRY LIKES hat für 12 letters of handmade fashion ein "S" gezogen. Ich liebe diese gemeinschaftliche Blogger-Buchstabenaktion. Wirklich! Aber jedes Mal sitz ich da und versuche total verkrampft meine bereits genähten Klamotten so aussehen zu lassen als würden sie ohne wenn und aber perfekt zum aktuellen Monatsbuchstaben passen. Zum Glück hilft Jenny mir da hin und wieder auf die Sprünge
Eigendlich hatte ich das Outfit bereits schon im Mai fertig. Wir waren zur Konfirmation meines Großcousins eingeladen und ich wollte was Buntes, Frisches tragen. Wie sich das anhört... Voll matronenhaft. Und doch war es genau so. 
Die Stoffe lagen schon seit Oktober letzten Jahres bei mir rum und waren seit Kauf (bei Stoff & Stil ...*hach*) für genau das geplant gewesen, was auch aus ihnen geworden ist. Das zeigt: Ich hab den Kopf stets voller Pläne, viel zu wenig Zeit diese umzusetzen aber IRGENDWANN wird dann trotzdem alles gemacht. Verworfen wird ein geplantes Kleidungsstück so gut wie nie bei mir.
Die Bluse besteht aus einem feinen Viskosewebstoff. Der Schnitt ist von Folk aus der CUT Nr.8. Ich mag den sichtbar eingestzten Reißverschluss. Da fühl ich mich ganz funky. Ich wollte auch erst wie in der Anleitung beschrieben alles mit Kappnähten nähen, hab aber mittendrin das Handtuch geworfen. Es war der totale Oberkrampf die geschwungenen Raglannähte aus dem flutschigen Stoff mit den genauen Millimeterangaben an den Nahtzugaben zu verarbeiten. Hab die Ärmel dann ganz stinknormal geheftet und mit Zickzackstich versäubert. 
Der Stoff vom Rock ist wunderschön. Verschiedene Blautöne mit eingezogenen Glitzfäden - wie aus einem Traum herausgeschnitten. Aber er fühlt sich furchtbar an. Wie der Sack vom Weihnachtsmann quasi. Das will ich echt nicht auf der Haut fühlen. Deswegen hab ich den Rock schlichtweg mit einem leichten Baumwollstoff gefüttert. Die Strumpfhose darunter muss ich aber immer schön hochziehen, denn sobald ich die obere Rockkante am Bauch spüre, bekomm ich Zustände.
Der Schnitt ist die Nr. 115 aus der Burda 9/2012.
Ich versuch Sini ja immer aus den Blogfotos rauszuhalten. Bei dem Fotoshooting hat sie sich aber den totalen Spaß daraus gamacht immer ins Bild zu rennen, wodurch die ganze Sache zu einer regelrechten Verfolgungsjagt ausgeartet ist. Aber wisst ihr was: Hauptsache mein Kind hat seinen Spaß und Bewegung an der frischen Luft!



Montag, 1. August 2016

Kinderrucksack

Letztes Jahr hat Sina von Björns Mutter einen kleinen Marienkäferrucksack geschenkt bekommen. Der musste überall hin mit und sie sah damit auch absolut niedlich aus. Wenn so ein laufender Meter mit Laufrad, Helm und Rucksack Berlin erobert, hat das etwas herzerweichend selbständiges.
Ich Rabenmutter hab den Rucksack aber nun bei einem unserer täglichen Ausflüge auf irgendeinem Spielplatz vergessen. Oh je! Nachdem wir das Fehlen bemerkten, war es leider schon zu spät. Sina sagte die ganze Zeit traurig: "Häferhuskack" was "Käferrucksack heißen soll und ich hatte schlechtes Gewissen.
Da versproch ich meinem Töchterchen einen neuen zu nähen.
Schon längere Zeit hatte ich die Idee von einem Beutel mit Guckloch für das Sandspielzeug. Da ich mitgenommenes Sandspielzeug aber wie eben auch den Rucksack generell auf dem Spielplatz vergesse, nehm ich mitler Weile gar keines mehr mit und die Idee mit dem Beutel rückte auf einen der alleruntersten Plätze meiner endlos langen To-Sew-Liste. Jetzt aber kam die Idee mit voller Wucht zurück: Ja, ein Guckloch-Rucksack. Geil!
Der Rucksack besteht aus einem wilden Materialmix. Der Boden und Teile der Träger sind aus Korkstoff, der Korpus aus Jeansstoff, den ich von dieser Hose übrig hatte. Den Mund machte ich aus Plane mit Schrägband als Lippen. Augen sind bestickter Baumwollstoff und der Stirn-Nasen-Teil mit den Ohren besteht aus selbstmarmoriertem Stoff. Gefüttert ist der Rucksack mit irgendeinem dubiosen DDR-Stoff, der irgendwo in meiner Stoffkiste rumlungerte.
Den Schnitt hab ich mir nach gut Dünken selber zusammengebastelt. Ist vom Prinzip wie ein gefüttertes Täschchen. Nur eben mit Trägern und Gesicht.
Vier Abende arbeitete ich immer ein wenig an dem Rucksack herum und Sini begrüßte mich jeden Morgen mit der Frage: "Mama, Huskack näht?" und begutachtete den Fortschritt. Ich persönlich bin very much in love mit diesem Rucksack aber ich glaube, Sina hätte immer noch gern lieber ihren Käferrucksack zurück. *seufz*
Ich hab zwar noch nicht Pokémon GO gespielt, aber irgendwie stell ich mir das so vor wie dieses Rucksack-Shooting. Irgendwo in der stinknormalen Landschaft sitzt auf einmal so ein kleines, dickes quietschbuntes Monster rum. 







P.S.: Achso, und falls sich jemand fragt, was da eigentlich aus dem Guckloch schaut: Ich hatte für letztes Jahr Weihnachten die Idee Sina-Merchandise für die enkelverrückten Großeltern zu machen. Da hab ich Bügelfolie mit einem Bild von der kleinen Maus bedruckt, das auf weißen Stoff gebügelt und dann ein kleines Kuscheltier draus genäht. Sah dann aber nicht so gut aus, wie ich mir das vorgestellt hatte, daher wurde die Produktion nach dem Prototypen wieder eingestellt und ich wollte die Minisina schon entsorgen. Die echt große (also, naja...) Sina hat aber die Mini-Me-Variante entdeckt und dann war an Entsorgung nicht mehr zu denken. That's the story.