Mittwoch, 28. Dezember 2016

Meine ersten Jeans (12 letters of handmade fashion)

Das 12-letters-of-handmade-fashion-Jahr geht zur Neige und hier ist mein letzter Beitrag noch ganz knapp am allerletzten Tag. Puuuh! Fast hätte ich es nicht mehr geschafft.
Als ich den Schnitt im Oktober in der Burda sah, war das einer dieser "YES!"-Momente für mich. Genau so etwas geisterte mir schon lange im Kopf herum. Ich liebe die tolle Linienführung. Danke, Jenny übrigens. Ohne dich hätte ich mir noch ewig den Kopf zerbrochen, wie ich das "L" zur Hose bekomme. Fast hätte es den Projektnamen "Lockerer Unterfaden" gegeben... Arrrgh!




Eine Jeans stand schon so lange auf der To-sew-Liste, aber ich hatte immer keinen Bock auf die vielen Details. Da bin ich etwas faul. Aber wie es mit so vielen Dingen ist, musste ich mir einfach mal selber in den Popo (so redet man irgendwann als Mama...) treten und einfach einen Schritt nach dem anderen abarbeiten und dann dauerte es doch gar nicht sooo lange. Nerven haben mich eigentlich nur die Ziernähte mit dem gelben Knopflochgarn gekostet, weil ich dafür einfach nicht die richtige Fadenspannung eingestellt bekommen habe. Mit dem normalen Garn war es kein Problem. Irgendeinen Tipp hier aus der Expertenrunde?
Durch die Spielplatzbesuche mit Sina hab ich auch eine andere Mutter kennengelernt, die Kostümmalerin ist. Ihr habt noch nie von dem Beruf gehört? Ich auch vorher nicht. Kostümmaler sind die Leute, die tatsächlich die Kostüme anmalen, die Stoffe bedrucken, färben, bleichen und, und, und. Hätte dieser Job nicht nach dieser Tätigkeitsbeschreibung ohnehin schon das absolute Traumberufpotential für mich gehalten, löste dann noch die englische Bezeichung rasantes Herzflattern bei mir aus: Break Down Artist! Hallo!?
Warum ich euch das erzähle? Weil Sonia mir geholfen hat, der Jeans eine gediegene Optik zu verleihen. Zunächst der Tipp: Mit Sandpapier von oben nach unten über die Knie gehen. Und dann, ja dann lud sie mich noch in ihre Werkstatt (seventh heaven!!!) ein. Hier warfen wir die Jeans in einen Betonmischer mit Bimssteinen und ließen die Maschine ihre Arbeit verrichten.
Nach dieser Spezialbehandlung war sie vor allem an den Kanten um einiges heller und der Stoff hat nun hier und da ein paar raue Stellen, was ihm Lebendigkeit verleiht. 
Detailfoto von den Gesäßtaschen: Zacke nach unten stilisiert einen Wimpel und steht für Party-, Zacke nach oben stilisiert ein Bäumchen und steht für -woods.
Noch ein weiteres Mal Danke an Jenny für den Tipp mit der Verarbeitung der aufgesetzten Taschen.
Detailfoto vom Faltenwurf vorn. 
Kommentare meiner Familie zu dem Outfit waren die folgenden: "Äh, ja, die ist... weit..." (Mutti), "Naja, wirklich vorteilhaft ist die aber nicht." (Schwägerin) "Ich hätte Angst, dass es mir in die Taschen regnet." (Bruder) und ein verhaltenes "Hm, ja, kann man machen." (Oma). Hinzu kommt noch der Kommentar zum Haarband: "Jetzt siehst du aus, wie eine Waschfrau." (Schwiegervater)
Es geht doch nichts über die ehrliche Meinung echter Experten.
Björn war weise und schwieg lieber.
Aber wisst ihr was? Für mich ist es die schönste Hose ever. Sie und ich gegen den Rest der Welt quasi. Und ich hab das Weinbergschneckenhaus beim Shooting gefunden. Ätsch!
Ein abschließender riesengroßer Dank noch mal an alle Mädels die "12 letters of handmade fashion" möglich gemacht haben - allen voran Selmin, die auch noch mal das Finale moderiert!!! Ich freu mich schon auf 2017 und Selmins Farbchallenge!!!







 
P.S.: Den Blogpost zum Longsleeve könnt ihr hier lesen.