Dienstag, 18. April 2017

Altes Gymnasium (Abandoned Place)

Ok, meistens schreibe ich hier über selbergenähte Klamotten. Aber wisst ihr, der Inspirationsprozess ist eine ziemlich komplexe Sache. Ich lass mich viel von bereits vorhandenen Kleidungsstücken anregen, die ich auf der Straße oder irgendwo im www entdecke. Aber Stil ist ja nicht nur das Zusammenfügen von Oberteil, Hose und Schuhen, oder beim Nähen halt das Kombinieren von diesem Schnitt mit jenem Stoff, sondern irgendwie muss ja auch noch Seele in die ganze Sache reinkommen. Inspiration für das Rundum-Feeling hole ich mir über andere Kanäle: Musik, Bücher, Menschen, Kunst, Natur und so weiter.
Und hallo, was hat bitte mehr Seele, als ein altes Gebäude?

Ich nehm euch mit auf einen kleinen Trip, den ich am Wochenende mit Björn zusammen zu seiner alten Schule unternommen habe. Erst mal die Außenlage checken...


Ich liebe es, wenn sich die Natur ihren Raum zurück erobert. So tolle Strukturen die da zwischen dem Künstlichen und dem Organischen entstehen!
Wir haben dann irgendwann eine Tür mit einer fehlenden Glasscheibe entdeckt, sind eingestiegen und ich fand mich folgendem Bild gegenüber:
WOOHOO! 

Wer konnte sich bei diesem Ausblick nur auf den Unterricht konzentrieren? 

In den meisten alten Gebäuden überwiegen ja Grau-, Braun- und Grüntöne. Aber hier war alles so herrlich bunt. Das Waschbecken!!!
Mein schlechtestes Fach war übrigens Chemie (also gleich nach Physik, aber das konnte ich zum Glück in der Kursstufe abwählen). In diesem Kontext aber, fand ich es auf einmal ganz charmant. 
Chemie konnte ich zwar nicht abwählen aber ich wusste zumindest, dass ich es irgendwann nicht mehr einbringen musste. Und das ich auch ganz bestimmt keinen Beruf anstrebe, in dem ich höhere chemische Kenntnisse benötige. Also hab ich dieses Fach irgendwann nur noch abgesessen, Musik gehört und gemalt. Meine Chemielehrerin hat das zur Weißglut gebracht. Oh Mann, diese Lehrer, die alle denken, ihr jeweiliges Fach sei das Wichtigste der Welt. Irgendwann einmal gab es zwischen ihr und mir ungefähr folgenden Dialog:

Sie: "Chemie ist sooo wichtig. Das braucht man überall!"
Ich: "Ja, aber ich will später wirklich nichts mit Chemie machen."
Sie: "Wie? Was willst du denn studieren?"
Ich: "Öhm, irgendwas mit Design oder Kunst oder so..."
Sie: " Ja, gerade dann brauchst du Chemie. Farben, Materialien, alles ist Chemie!!!"

Ahaha, soll ich euch was verraten?! ICH HATTE RECHT!!! Ich habe rein nie mehr seit meinem Abi eine chemische Gleichung aufgestellt, oder einen Bunsenbrenner entzündet. 

Wenn ich mir überlege, wie viel (für mich) SINNLOSEN Kram ich mir angehört und aufgeschrieben habe, wo ich in dieses Zeit doch etwas wirklich Wichtiges hätte lernen können. Nähen zum Beispiel. Bisschen Psychologie und Gesprächsführung... Alles viel alltagsrelevanter als CHEMIE!!!

Ich schweife ab. Weiter gehts mit den Fotos.
Tihi :) Ich bin albern und kindisch, jaja, aber ich musste wirklich kichern, als ich in den Bio-Raum kam und noch dieses Relikt von der letzten Bio-Stunde ever in diesem Zimmer entdeckte.
Schönes Lichtspiel.
Die große Preisfrage: Wer hat wohl diese Badewanne benutzt? 
Na dann, habt einen schönen Start zurück nach den Feiertagen und lasst mich wissen, wenn ihr ein paar spannende Orte zum Entdecken kennt.


Mittwoch, 5. April 2017

Stine Goya Shirt und kurze Kordhose nach CUT-Schnitten (Eccentric basics II)

Ich habe eine Menge bunter, ungewöhnlicher Klamotten im Kleiderschrank, die mir zwar selber alle sehr gefallen, zum Teil aber auch stark polarisieren. An manchen Tagen hab ich so ein Right-in-your-face-Feeling und kombiniere Schnitte und Farben miteinander, die inoffiziell als verboten gelten. (Huch!)
An manchen Tage habe ich aber auch das Bedürfnis mich etwas zahmer zu kleiden.
Für die "zahmen" Tage brauch ich das, was Frauenzeitschriften als "Basics, die in keinem Kleiderschrank fehlen sollten" definieren. Die ewig gleiche Leier kennt ihr wahrscheinlich: blaue Jeans, das kleine Schwarze, weiße Bluse, Trenchcoat... Gääähn!
Aber halt, uuh, ich kann ja zum Glück nähen (YES! My secret superpower!) und so kann ich jedem Basic auch noch einen kleinen Twist hinzufügen.
Bei der Jeans, die ich im Dezember genäht hatte, ist mir das erste Mal die Idee zu den "Eccentric Basics" gekommen. Und irgendwie hat sich dieser Begriff in meinem Kopf festgesetzt.
Ich bin mir jetzt zwar nicht so ganz sicher, dass ich "kurze, schwarze Kordhose" schon mal auf so einer Basics-Liste entdeckt hätte, aber die Listen benötigen eh dringend Überarbeitung. Für mich ist das definitiv ein Basic, was in keinem Kleiderschrank fehlen sollte. Nach bereits 30 Lebensjahren habe ich also nun auch diesen eklatanten Mängel in meinem Kleiderschrank behoben. Der Schnitt ist aus der CUT Nr.11 und heißt "Shorts Heavy Metal". Schöner Name. 
Auch eine weiße Bluse (na gut, vielleicht nicht ganz unifarben...) habe ich jetzt in meinem Kleiderschrank. Nach dem wunderbaren Stine-Goya-Schnitt aus der selben CUT-Ausgabe. 
Hier noch mein großer Bittruf: LIEBE CUTies, PLANT EUER COME BACK!!!! ICH BIN NACH WIE VOR GROẞER FAN.
Den wunderschönen Blusenstoff hab ich übrigens aus dem Cloth House London, wo ich auf einen Tipp von Selmin hin war. (Long story short: Spontaner City-Trip mit meinem Vater, welcher ganz überraschend Frührentner geworden ist, London schon immer mal sehen wollte, aber sich nicht alleine traute und zufällig eine sehr anglophile Tochter hat. Danke für das schöne Wochenende, Vati!)
Ein riesengroßes Dank geht auch noch an dich Björni! Dafür, dass du immer geduldig hunderte Fotos an den seltsamsten Orten von mir machst. Und für's pure Existieren!
Wem die letzten paar Zeilen zu rührselig waren, kann jetzt aufatmen. Jetzt kommen die Outtakes vom Brücken-Shooting. Ich wollte nämlich spektakuläre, lässige Bilder, hatte aber bisschen Schiss in dem Brückengerüst und hab mich mega festgeklammert.
Und hier war es noch nicht mal wirklich hoch...

Bleibt nur noch zu sagen: Es ist MeMadeMittwoch heute!!! Allwöchentlicher Nationalfeiertag in der Szene sozusagen. 

Ciao, ciao

Dienstag, 28. März 2017

Rosa Blusen-Refashion

Oho, der Februar war irgendwie schneller um, als gedacht und, huch, auch der März ist ja schon fast wieder vorbei. Aaaaah!!! Ich brauch 'nen Time Turner. Dabei hätte ich sogar was Beiges, Selbstgenähtes für Selmins 12 colours of handmade fashion gehabt... Aber so hab ich jetzt beschlossen, die Aktion eher als Angebot, statt als Antreiber zu nehmen. Ich glaube eh, dass noch ein paar Farben folgen werden, bei denen ich passen muss.
Ein übergroßes rosa Männerhemd lag ohnehin schon eine ganze Weile neben meinem Nähtisch rum. Das hat zum Glück zur Märzfarbe gepasst. Das Hemd hatte ursprünglich mal Björns Opa gehört, aber der hat es nie angehabt und mittler Weile ist es ihm zu groß geworden. Was ich daran alles geändert habe, kann man ohne Vorher-Nachher-Vergleichs-Bild natürlich gar nicht mehr nachvollziehen -und mit Pollunder drüber noch viel weniger...- aber ich sag mal so: Der Nahtauftrenner kam zu seinem Recht.
Ich hab die Brusttasche zuerst abgetrennt, dann die Seiten geöffnet, Brustabnäher eingefügt, Seiten enger als vorher wieder zusammengenäht und die Brusttasche wieder drauf. 
Weil ich dann genug vom Gefrickel hatte, hab ich die langen Ärmel, die ich eigentlich zwar lang lassen, aber auf meine Länge kürzen wollte, kurzerhand abgeschnitten, paar mal umgebüglelt und mit ein paar Handstichen fixiert.

Am Wochenende waren wir meine Familie in Heidenau (uh, ja, da komm ich ursprünglich her. Hust.) besuchen und haben eine Wanderung duch den Friedrichsgrund gemacht. Falls irgendwer von euch mal Urlaub in Dresden macht und eine leichte Wanderung mit Kindern unternehmen möchte, ist hier genau richtig. Als ich Kind war, war ich mit meinen Großeltern nach der Schule total oft hier und hab Ewigkeiten gedankenverloren am Wasser gespielt oder bin über Wurzeln und Felsen geklettert. Und jetzt kann ich auf einmal meinem eigenen Kind diesen schönen Grund zeigen. Björn ist mit Sina Teile der Strecke mit Gummistiefeln im Bach langspaziert, während meine Eltern diesmal Blogfotos von mir gemacht haben. Danke an alle, die auf dieser Strecke die Kamera in der Hand hatten!
Den feschen Pollunder mit den Tieren hab ich mal second hand erstanden und die Hose hab ich vor zwei Jahren genäht gehabt und seit dem sehr viel getragen. Die Kombi finde ich persönlich erstklassig! Als wir nach der Wanderung in einer Gaststätte eingekehrt sind, saß am Nachbartisch ein älterer Herr in einem ganz ähnlichem Outfit. Der hatte Stil ;) Warum tragen eigentlich sonst so wenig Leute Pollunder und Hosenträger?

Verlinkungen:
12 colours of handmade fashion
MeMadeMittwoch

Schöne Restwoche euch allen






Freitag, 27. Januar 2017

Dunkelgrüner Samtblazer (12 colours of handmade fashion)

"Ein neues Jahr, eine neue Challenge." (Selmin) Ob ich alle zwölf Monate schaffe, steht noch irgendwo in den Sternen, aber den Januar kann ich schon mal abhaken. Check!
Grün stand aber zufällig sowieso bei mir auf dem Programm.
Inspiration
Seit ich vor fast zwei Jahren dieses kleine Bild (das erste von links) in der Vogue (5/2015 S.90) gesehen habe, hatte sich die Idee, dunkelgrünen Samt zu vernähen in meinem Kopf festgesetzt. Die Hose auf dem Bild ist übrigens von Burberry Prosum (Falls es irgendwen interessieren sollte...) Im Sommer nähte ich mir ja bereits die kurze Bundfaltenhose. Und dann auf einmal überkam mich der vollkommen überraschende aber inständige Wunsch, auch noch den passenden Blazer dazu haben zu wollen. Wo ich doch NIIIIE gedacht hätte, dass ich der Blazer-Typ wäre. 
Also los, alte Burdas durchgeblättert, in der Augustausgabe von 2012 an diesem Schnitt hängen geblieben und noch mal Nachschub an Stoff besorgt.
Umsetzung
So schnell werde ich mir auch bestimmt keinen Blazer mehr nähen, denn es sind einfach gefühlt unendlich viele Schnittteile - also Futter und Bügeleinlage mit eingerechnet. Aber, hallo, wie sich herausgestellt hat, bin ich sehr wohl ein Blazer-Typ. Zumindestens ein dunkelgrüner-Samt-Blazer-Typ. Er passt zu unglaublich vielen Kleidern, Blusen und Hosen in meinem Schrank. 
Gefüttert habe ich ihn mit weinrotem Voile, der auf den Foto irgendwie sehr pink rüberkommt.
Die Bluse war mal ein langes Kleid, welches ich für einen läppischen Euro vom Flohmarkt hatte und einfach gekürzt habe. Echte Seide (ich bin ziemlich gut im Fasern-Fühlen, hab aber auch den Feuertest gemacht). Und als ich mir das Kleid von innen angeschaut hatte, habe ich festgestellt, dass es selbstgenäht ist. Ich wiederhole noch mal den Preis: 1€! Aus dem unteren Teil hab ich ein Unterhöschen gemacht. 
Die Leggings sind noch so eine Sache, die ich zu so ziemlich allem anderen in meinem Schrank anziehen kann - was ich auch exzessiv tue. Ich glaube der dünne Lycra ist wahrscheinlich eher für Bademoden gedacht gewesen. Who knows. Mir hat der Stoff jedoch sofort "Leggings" zugeflüstert. Ich hab auch noch ein Bustier und eine kleine Leggings für Sina drausgemacht. Zack-zack. Leggings gehen schnell. Aber im Gegensatz zu einem Blazer geht wahrscheinlich alles schnell...
Achso, und guckt: Ich hab jetzt 'nen coolen Under Cut. Das klassifiziert mich quasi zum echten Berliner Hipster Girl. Björns Schwester Nici war so nett, mir die Haare zwischen Weihnachten und Neuahr recht spontan und freestyle zu rasieren. Ich mag die Frisur. Sie ist quasi die exakte Negativfrisur meiner Kindheit, wo ich alle Haare kurz trug und nur hinten ein paar lange Fransen hatte. Plus Ponny. Uuuuuh... An dieser Stelle beende ich den Post lieber.



Mittwoch, 18. Januar 2017

Nähkurse im Zick-Zack (Berlin Steglitz)

Es gibt eine Menge neue Kurse für die ihr euch im Zick-Zack Stoffgeschäft (Albrechtstraße 12,Berlin Steglitz) anmelden könnt. 
Anfängerkurse
Für die Rookies unter euch gibt es das Rundum-Sorglos-Paket für den Einstieg. Ihr erlernt wie ihr die Nähmaschine einfädelt, wofür welche Einstellungen sind und habt gaaanz viel Zeit euch mit dem Maschinchen vertraut zu machen. Ich hab den Kurs so konzipiert, dass wirklich absolut kein Zeitdruck entsteht. Als fertiges Projekt entsteht ein kleines gefüttertes Täschchen mit Reißverschluss. Ich habe mitler Weile ja schon einige Kurse gegeben und ich schwöre euch: Es sah bisher bei jedem wunderschön aus!
Die Anfängerkurse finden fortlaufend immer an drei hintereinanderliegenden Montagen statt. Sie sind sehr beliebt!!! Die nächsten freien Termine sind:

27. März, 3. und 10 April

24. April, 8. und 15. Mai

19., 26. Juni und 3. Juli                  >    Alle Kurse immer 19-21Uhr

Pullinähkurs

Ihr könnt schon ein bischen nähen und braucht noch was Warmes für den Restwinter? Dann ist der Pulli-Nähkurs genau das Richtige für euch! Anhand eines gut passenden Pullovers erstellt ihr hier selber den Schnitt für den perfekt sitzenden Raglan-Sweater und näht diesen natürlich auch. Ganz nebenbei erfahrt ihr, wie ihr auch ganz ohne Overlock-Maschine stretchige Stoffe verarbeiten könnt.

2., 9. und 16. März immer 19 bis 21Uhr
T-Shirts nähen

Auch dieser Kurs ist sehr gut mit ein wenig Näherfahrung zu meistern.
Anhand eines gut passenden T-Shirts wird ein individueller Schnitt erstellt.
Ihr erlernt die Verarbeitung von Jersey und Bündchenware.
Als fertiges Stück nehmt ihr ein schickes, neues T-Shirt oder Shirt-Kleid mit nach Hause.
Der erste Kurs ist schon voll. Daher hab ich noch eine zweite Runde eröffnet.

27. April, 4. und 11. Mai immer 19 bis 21Uhr
 
Tellerrock
Anhand Eurer persönlichen Maße und individuellen Ansprüche erstellt Ihr Euch Euren eigenen Schnitt und näht einen Tellerrock mit nahtverdecktem Reißverschluss.

Außerdem werden noch verschiedene Variationsmöglichkeiten aufgezeigt.
Wem ein Tellerrock zu weit und luftig ist, kann auch einen halben oder viertel Tellerrock machen. Die fallen dann entsprechend weniger weit.
Die Länge (mini, midi, maxi, vokuhila...) bestimmt ihr!

15., 22. und 29. Juni immer 19 bis 21Uhr


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Schreibt mir entweder eine E-Mail an anne.pieser@gmail.com oder geht direkt im Zick-Zack vorbei und schreibt euch ein!